Fern und Nah
Liebe Freunde,
und schon bei der Anrede beginnen meine Schwierigkeiten. Viele von Euch kenne ich überhaupt nicht, und deshalb könnte die gewählte Anrede vermessen klingen oder als hohle Phrase wirken. Und doch fiel mir keine passendere ein, zumal sie genau den Kern meines Anliegens trifft.
Ich möchte mit Euch alten, die Ihr einmal der Adventgemeinde näher standet, ins Gespräch kommen. Ganz offen möchte ich meine Motive dieser Einladung benennen.
Wenn Menschen zu irgend einem Zeitpunkt Christus als ihren Herrn kennen gelernt haben und sich daraufhin entschlossen haben, ihr Leben mit ihm zu führen, dann muss doch etwas geschehen sein, wenn der Einzelne diese Verbindung wieder ganz oder teilweise gelöst hat. Ganz besonders betroffen von dieser Tendenz sind offensichtlich Jugendliche, die in adventistischen Familien aufgewachsen sind. Die Gründe für ihre Trennung von der Gemeinde herauszufinden, ist mit ein Anliegen dieser Einladung.
Natürlich weiß ich auch, dass vieles sehr komplex ist und dass in letzter Zeit vor allem die Zugehörigkeit zu einer Institution für viele zum Problem geworden ist. Das gilt bekanntlich nicht nur für Kirchen und Gemeinschaften. Könnte es sein, dass viele von Euch gar nicht mitbekommen haben, dass sich auch in der Adventgemeinde manches verändert hat? Euch das mitzuteilen und zu zeigen, ist ein weiterer Beweggrund für diese Einladung.
Des weiteren empfinde ich eine innere Unruhe, wenn ich an Euch denke, und mit Euch meine ich Bekannte und Unbekannte. Ich finde es unerträglich, dass wir nicht mehr in Kontakt miteinander sind, dass wir Euch nicht sagen können, dass wir Euch immer noch mögen, auch wenn Ihr einen anderen Lebensweg geht, mit dem Ihr Euch äußerlich oder innerlich von der Adventgemeinde gelöst habt. Kaum jemand verurteilt Euch deshalb, aber ich hatte bisher keine Chance, Euch das zu sagen. Und wie mir geht es vielen in der Gemeinde.
Vielleicht habt ihr noch ein Bild von der Adventgemeinde, das in vielen Teilen längst überholt ist. Auch in der Gemeinde hat sich manches verändert, auch theologisch ist vieles in Bewegung geraten. Darüber sollten wir ins Gespräch kommen. Vielleicht können wir gegenseitige Irrtümer aufklären, Missverständnisse ausräumen und Vorurteile abbauen.
Für Fragen - gleich welcher Art - stehe ich Euch gerne zur Verfügung.
Herzlichst
Deine Gemeinde München-Pasing
